fangen

fangen
fangen:
Die nhd. Präsensformen des Verbs bestehen erst seit dem 16. Jh. Sie haben ihr -n- nach niederd. Vorbild (mnd. vangen) aus dem Präteritum und dem 2. Part. übernommen.
Das gemeingerm. starke Verb, ursprünglich reduplizierend (vgl. got. faífāh »er fing«), lautete mhd. va‹he›n, ahd. fāhan, got. fāhan, aengl. fōn, schwed. und gehört zu der unter Fach behandelten Sippe. Seine Grundbedeutung ist »greifen, fassen«. – Um das Verb gruppieren sich die Ableitungen Gefangene usw. (mhd. gevangen), Gefangenschaft (mhd. gevangenschaft) und Gefängnis (mhd. ‹ge›vancnisse, ‹ge›vencnisse »Gefangennahme, -schaft«, im 15. Jh. für den Ort des Gefangenseins), ferner die Präfixbildungen und Zusammensetzungen anfangen, empfangen, umfangen und ‹sich› verfangen (mhd. ‹sich› vervāhen »zusammenfassen, sich festfangen«) mit dem Adjektiv verfänglich »Schwierigkeiten verursachend, unangenehm« (mhd. vervenclich »tauglich, wirksam«, seit dem 17. Jh. im heutigen Sinne). Abl.: Fang (mhd. vanc); beachte Zusammensetzungen wie Rauchfang (15. Jh.) und Windfang (mhd. wintvanc) und weidmännisch »den Fang geben« »verletztes Wild mit dem Messer töten« (16. Jh.); ebenfalls weidmännisch ist die Verwendung von »Fang« im Sinne von »Maul des Raubwildes« und »Raubvogelklaue« (vgl. engl. fang »Reißzahn, Hauer«); Fänger (16. Jh.; meist in Zusammensetzungen wie »Tierfänger, Fliegenfänger«; s. auch »Hirschfänger« unter Hirsch).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Fangen — Fangen, verb. irreg. act. ich fange, du fängst, er fängt; Imperf. ich fing; Mittelwort gefangen; vermittelst Ergreifung mit der Hand in seine Gewalt bringen, am häufigsten von solchen Körpern, welche in einer schnellen Bewegung sind. 1.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • fangen — Vst. std. (8. Jh.), mhd. vāhen, vān, ahd. fāhan, as. fāhan Stammwort. Aus g. * fanh a Vst. fangen , auch in gt. fāhan, anord. fá (später fanga), ae. fōn, afr. fā. Dieses ist eine nasalierte Form zu ig. * pāk befestigen, halten (also * pənk als… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • fangen — V. (Grundstufe) etw. mit der Hand ergreifen Synonym: fassen Beispiele: Er hat das fallende Glas noch gefangen. Das Kind fängt den Ball. fangen V. (Aufbaustufe) ein Tier zu fassen bekommen, ergreifen (bei der Jagd) Synonyme: einfangen, erhaschen… …   Extremes Deutsch

  • Fangen — Fangen, 1) in der Gerberei heißt Fellefangen, sie in die Kleienbeize bringen; 2) (Seew.), so v.w. fassen, wird vom Anker, von der Boy etc. gesagt …   Pierer's Universal-Lexikon

  • fangen — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • erreichen • erwischen Bsp.: • Bob fing den Ball. • Die Polizei fing sie …   Deutsch Wörterbuch

  • fangen — fangen, fängt, fing, hat gefangen 1. Das Kind hat den Ball gefangen. 2. Unsere Katze hat eine Maus gefangen …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • Fangen — Fangspiel im Rokoko Mit Fangen oder Nachlauf, bzw. landschaftlich geprägt auch Barlaufen, Abklatschen, Ticken, Packen, Hasche, Abschlagen, Klatschen, Fangemanndel, Fangis, Fangi, Fängi, Fango, Fangsdi, Fangus, Fangsdl, Fangerles, Fängerles,… …   Deutsch Wikipedia

  • fangen — fassen; erwischen; ergreifen; packen (umgangssprachlich); festnehmen; arripieren (veraltet); verhaften; greifen; ertappen; (jemandes) habhaft werden; …   Universal-Lexikon

  • Fangen — 1. Der, den man fängt, hat auch sein Haut. – Lehmann, II, 78, 64. 2. Fange zuerst den Hasen, dann wollen wir den Pfeffer dazu machen. 3. Fängt ein Bauer einen Hasen im Kraut, so muss er s büssen mit der Haut. Erinnert an die Härte der frühern… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • fangen — fạn·gen; fängt, fing, hat gefangen; [Vt] 1 ein Tier fangen ein Tier (das man gejagt hat) zu fassen bekommen, ihm die Freiheit nehmen ↔ freilassen: Schmetterlinge mit einem Netz, Fische mit der Angel, einen Fuchs in einer Falle fangen || K :… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

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